Die Shisha
Manche nennen sie Shisha (Aegypter), andere Nargileh (Libanesen). Die Shisha wird seit
Jahrhunderten benutzt um den täglichen Stress wegzurauchen, während man mit Verwandten oder Freunden relaxt.
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Die Wasserpfeife stammt aus Indien. Sie war allerdings noch recht primitiv und aus einer Kokosnussschale gefertigt. Ihre Popularität sprang über auf den Iran und dann den Rest der arabischen Welt. In der Türkei vollendete die Shisha ihre Revolution und veränderte ihren Stil in den letzten Jahrhunderten nicht mehr.
Wenn man eine Wasserpfeife raucht, hat man Zeit zum Nachdenken. Sie lehrt Geduld und Toleranz und gibt das Gefühl in guter Gesellschaft zu sein. Shisharaucher haben eine ausgeglichenere Einstellung zum Leben als Zigarettenraucher. Der Rauch ist ausserdem spürbar kühler. Das Wasser filtert viele schädliche Substanzen, welche sonst inhaliert werden würden.
Die Wasserpfeife besteht aus vier Teilen. Zu unterst ist der Glaskörper, der mit Wasser gefüllt wird.
Auf ihn steckt man die Säule.
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Oben an der Säule befindet sich der Tabakkopf, das Herz der Shisha.
Er entnimmt dem Tabak den Rauch, wenn die Person am "lai", dem flexiblem Schlauch, saugt.
Die ganze Vorrichtung kann aus verschiedenen Materialien gefertigt sein: Glas, Stahl, Messing,
Gold, Silber, Holz oder Schilfrohr.
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Wie auf dem obenstehenden Schema deutlich zu erkennen ist, besteht eine Shisha aus vielen verschiedenen Teilen.
Um die Wartung und Reinigung zu erleichtern, kann die Shisha in den meisten Fällen komplett demontiert werden.
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Die Grundsubstanz der Wasserpfeifentabaks nennt man Molasse. Sie ist eine Mischung aus
Tabakblättern. Die Mischung der Tabaksorten und Zusätze aus Zuckerrohr (Melasse) geben
dem Wasserpfeifentabak seinen speziellen Geschmack. Melasse ist ein Abfallprodukt bei der Zuckergewinnung.
Entstehung des Wasserpfeifentabaks
Molasse ist in Ägypten seit Anfangs des neunzehnten Jahrhunderts mit der Zeit der osmanischen Herrschaft
in Gebrauch, denn die Osmanen brachten aus der Türkei den "Tombak" mit, eine Tabakart, wie sie in der
Türkei und im Iran angebaut wird. Der heute übliche Tabak mit Melasse ist laut Erzählungen im arabischen
Raum folgendermassen entstanden. Man sagt, dass ein Ägypter beim Abendessen sass. Er ass einen Dessert aus
Brot und Zuckerrohrsirup. Als er kleckerte, und einige Tropfen seines Desserts auf den brennenden
Tabak fiel, schmeckte dies angenehm. Da kam ihm der Einfall den Tabak mit diesem Sirup zu festigen und
so legte damit den Grundstein zur heutigen Wasserpfeifentabak-Produktion.

Die Tabakproduzenten und die Händler übernahmen und verfeinerten die Herstellungsmethode und packten den Tabak in Päckchen ab. Sie gaben den Produkten Namen, die sich an die Natur anlehnten, weil die Konsumenten meist Bauern waren. Es entstanden die Palme, die Kuh, die Rose, der Fluss, ...
Mitte der Achtziger Jahre begann ein ägyptisches Unternehmen mit der Produktion einer neuen Art von Molasse. Ziel war es, den Nikotingehalt zu senken und den schädlichen Teer ganz zu entfernen. Sie gaben auch verschiedene Geschmacksstoffe bei, wie Kräuter und Früchte. Diese neue Molasse verbreitete sich um die ganze Welt und ist auch heute noch in Gebrauch.
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Im Märchen «Zwerg Nase» lässt Wilhelm Hauff den jungen Schreiber sagen:
«Ich könnte tagelang so hinsitzen, die Beine untergeschlagen, einen Arm aufs Kissen gestützt, die
Stirne in die Hand gelegt, und, wenn es ginge, des Scheiks grosse Wasserpfeife in der Hand und
Geschichten anhören - so ungefähr stelle ich mir das Leben vor in den Gärten Mohameds.»
Die Wasserpfeife ist der Inbegriff orientalischer Beschaulichkeit. In Kaffeehäusern, Hotels oder
Privathäusern des Orients wird sie einem bis heute als Zeichen der Gastfreundschaft angeboten. Die oftmals
reichverzierte Pfeife, die von mehreren Rauchern gleichzeitig benutzt werden kann, ist ein Mittelpunkt des
gesellschaftlichen Austauschs; bei der Wasserpfeife zeigt die islamische Welt ein äusserst
friedliches Gesicht.
Die klassische Wasserpfeife, Nargileh (pers. närgil, Kokosnuss) oder auch Schische (türk. Flasche) genannt, besteht aus drei Funktionselementen. Da braucht es zunächst ein Wasserbehältnis etwa aus Messing,
Porzellan oder Glas. Dieses Behältnis, das meist einen Standfuss hat, wird bis zu drei Vierteln mit
Wasser gefüllt. Daraus ragt als zweites Funktionselement ein Aufsatz, auf dem der eigentliche
Pfeifenkopf sitzt.
Auf einer Holzkohleglut wird der Tabak erhitzt. Der Rauch wird nun direkt in das Wasser geleitet.
Schliesslich braucht es einen Rauchschlauch, der in den Hohlraum oberhalb des Wassers geführt wird und
an dessen Ende sich das Mundstück befindet.
Zieht man am Schlauch, so entsteht in der Flasche ein Unterdruck, und der Rauch wird, begleitet von einem
blubbernden Geräusch, durch das Wasser hindurchgesogen. Dieser Vorgang bewirkt eine Filtrierung und
angenehme Kühlung des Rauches.
Das Rauchgut ist eine Mischung von Tabakstaub und Melasse, die meist mit Apfel-, Pfirsich-, Pfefferminzaroma
oder ändern Aromen parfümiert ist. Oft wird in die Wasserpfeife auch Rosenwasser gefüllt.
Die Verbreitung von Wasserpfeifen erstreckt sich von Afrika bis China. Lange vor der Entdeckung des
Tabaks wurden in Afrika aus Kokosnüssen und Kalebassen Wasserpfeifen gefertigt, in denen man
Heilkräuter und Rauschmittel rauchte. Von Afrika verbreitete sich diese Pfeifenart in den Vorderen Orient
und nach Asien. Die persische Nargileh fand aber erst im 18. Jahrhundert den Weg ans Goldene Hörn.
Die Glasbehältnisse, die im osmanisch-türkischen Reich für teure Wasserpfeifen verwendet wurden, stammten
häufig aus böhmischen Manufakturen. In Indien gibt es die Huka aus Ton, und die Chinesen stellen so kleine
Wasserpfeifen her, dass man sie mit sich tragen kann.
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Wasserpfeifen sind im Trend. Hier ein Artikel aus der Zeitschrift Geo
Shisha im Aufschwung
Da beschweren sich Ägypter über die Globalisierung und die Invasion amerikanischer Kultur - und wissen wahrscheinlich nicht, dass eine ihrer Lieblingsaktivitäten zur Zeit zum Trend in Amerikas Grossstädten avanciert ist:
Das Wasserpfeifenrauchen
Der Ägypter Murad Askar hatte vor 2 Jahren einen Koffer voller Shishas mit nach Kalifornien genommen, um seinen
Kommilitonen eine Freude zu bereiten. Die spielten verrückt, wie er heute sagt, und seitdem liefert seine Firma
Hookah Brothers 4000 bis 5000 Pfeifen im Monat an Klienten in fast allen Us-Bundesstaaten, sowie über eine Tonne
Tabak in 20 verschiedenen Geschmacksrichtungen. Der Gesammtexport an Wasserfeifen hat sich, so ein ägyptischer
Grosshändler, binnen weniger Jahre auf rund 200 000 Stück im Jahr vervierfacht. Der Kult hat allerdings auch
seinen Preis. Zahlt man in Ägyten zwischen 30 Pfennig und 1,50 Mark, muss man etwa in einem Bostoner In-Café
schon mal 20 Dollar für das Rauchen einer Shisha lockermachen. In Ägypten sind die Preise gleich geblieben, aber
die Zeiten vorbei, als Wasserpfeifenrauchen noch reine Männersache war: Heute geniessen auch Frauen das Ritual,
im Café, zu Hause, sogar in der Badewanne - oder nehmen sich eine schicke Reiseshisha mit in die Toskana, weil
sie einfach nicht davon lassen können.
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